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Im Frühjar 2008 war die ‘Arbeitsgemeinschaft Bachläufer’ innerhalb des Vorstandes des Frechener Geschichtsvereins insgesamt 17 Stunden in Bachem und Marsdorf unterwegs. Hinter dieser etwas merkwürdigen Bezeichnung verbirgt sich eine Gruppe, die das lokales Forschungsprojekt ‘Frechener und Bachemer Bach’ betreibt. Ziel ist es, die historischen Lebensadern der einstigen Gemeinden Frechen und Bachem aus ihrem Umfeld ‘anatomisch’ herauszupräparieren, auf diese Weise die Bedeutung der beiden Bäche für die Einwohner damals und die Entwicklung zur heutigen Stadt Frechen herauszustellen. Das auf einen längeren Zeitraum angelegte Vorhaben des FGV versteht sich als komplementär zu den bereits sehr konkreten Plänen der Stadt Köln, den ‘Frechener Bach’ im Rahmen der ‘Regionale 2010’ von der Autobahnbrücke A 4 (Dürener Straße) bis an die Militärringstraße/ Lindenthal zu ‘renaturieren’. So weit bekannt, ist die Stadt Frechen an dem Projekt bisher nicht beteiligt, soll sich aber für einen späteren Zeitpunkt eine Option offengehalten.

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Der Frechener Geschichtsverein hatim Dezember 2008 erste Resultate der ‘Bachläufer’ vorgestellt und eine Ausstellung in einem Raum der Ringschule präsentiert. Dem Lehrerinnen-Kollegium wird damit Gelegenheit gegeben, den Schulkindern die Themen ‘Wasser’, ‘Umwelt’ und ‘Ortsgeschichte’ näher zu bringen und sie zu eigenen Aktivitäten zu ermuntern. Es besteht der Wunsch, auch andere Schulen im Stadtgebiet für das Vorhaben zu interessieren.

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Eine weitere Besondersheit ist, dass sich die Arbeitsgemeinschaft zum größten Teil etwas befasst, was es so gut wie gar nicht mehr gibt. Der heutige ‘Frechener Bach’ hat seinen Ursprung in der Kläranlage des Erftverbandes an der Bonnstraße. Der ‘Bachemer Bach’ ist in seinem oberen Abschnitt ein rostfarbenes Rinnsal, das verrohrt an der Mauritiuskirche zusammen mit Wasser aus dem Mahlweiher in die Kanalisation eingeleitet wird. An Gut Neu-Hemmerich wird ein Teil des Wassers aus der Straßenkanalisation in einen Teich nahe der Burgruine geleitet. Von dort fließt Wasser in Richtung CJD. Bereits nach etwa 100 Meter versickert das Wasser in einem Feldgraben voller Unrat oder verdunstet. Seine eigentliche Mündung in den ‘Frechener Bach’ erreicht der ‘Bachemer Bach’ nicht. Früher war das gewiss ganz anders. Den natürlich Verlauf der beiden Bäche, so weit wie möglich anhand von historischen Quellen darzustellen, ist nun der nächste Arbeitsschritt. Es ist klar, dass die vorgenommene fotografische Erfassung des Ist-Zustandes viele neue Fragen aufwirft. Und: man sollte sich nicht der Illusion hingeben, die natürlichen Verhältnisse könnten wieder hergestellt werden.

Im Oktober 2011 konnte das Projekt mit der Veröffentlichung des Buches "Die Frechener Bäche" in der Schriftenreihe des Frechener Geschichtsvereins dank der Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland und der Kultur- Und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln erfolgreich abgeschlossen werden.

Impressionen vom Verlauf des Frechener Bachs:

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Bilder von der Buchpräsentation:

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