Die Kölner Erzbischöfe hatten Brühl seit dem 12. Jahrhundert zu ihrer Residenz ausgebaut. Nach den schweren Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) ließ Erzbischof Clemens August von Wittelsbach das heutige Schloss erbauen; auf dem Gelände des weitläufigen Parks ließ er sich von François de Cuvilliés das kleine Jagdschlösschen Falkenlust errichten. Nicht nur die Wahl des Architekten verrät die enge Beziehung des Kölner Erzbistums zum bayrischen Hof: Kurfürst Karl Albrecht und Clemens August waren Brüder, und de Cuvilliés hatte bereits maßgeblich am Ausbau der Münchener Residenz mitgewirkt. Das Schloss Falkenlust jedoch errichtete er nach dem Vorbild der Amalienburg, einem Jagdpavillon im Garten von Schloss Nymphenburg. Es gilt als eine der intimsten und wertvollsten Schöpfungen des deutschen Rokoko.
Falkenlust wurde als „maison de plaisance“ im privaten Stil eingerichtet, um dem Regenten eine Rückzugsmöglichkeit vom Hofzeremoniell zu ermöglichen. Berühmt sind etwa das mit holländischen Kacheln ausgeschmückte Treppenhaus oder die kostbaren japanischen Lackplattenund Setzschirme in den Wohnräumen. Auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus sich die Falkenjagd beobachten ließ.
Von 1832 bis 1960 gehörte das Schloss der Brühler Industriellenfamilie Giesler, bevor es vom Land Nordrhein-Westfalen erworben wurde. Zusammen mit dem Hauptschloss Augustusburg gehört Falkenlust seit 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO.
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